Bessere Geschäftsbriefe schreiben
Geschäftsbriefe lesen sich oft sehr gleich. Manche Formulierungen finden sich praktisch unverändert immer wieder. So etwas zeugt nicht gerade davon, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, sondern eher davon, dass jemand schlecht abgeschrieben hat.
Was per se schon schlecht ist, lässt sich allerdings ohne viel Mühe auch noch schlechter machen: Indem man bei den Standard-Formulierungen ganz einfach zu den besonders miesen greift!
Hier ist die (S)Hitliste der fünf Formulierungen, die Sie auf keinen Fall verwenden sollten:
Bezüglich klingt nicht vorzüglich
„Bezüglich unseres Telefonats am...“
„Bezüglich unseres Gesprächs vom...“
Klingt sehr nach Behördendeutsch, oder?.
Viel besser und lebendiger: „Am ... haben wir über ... gesprochen. Deshalb möchte ich Ihnen jetzt...“
Wer sich zuletzt freut, freut sich am besten
„Wir freuen uns, Ihnen folgendes Angebot unterbreiten zu können:“
„Wir würden uns freuen, wenn Sie unser Angebot…“
Sehr schön, wenn sich jemand freut, etwas tun zu können. Oder sich freuen würde. Aber sollten sich nicht vielmehr die Leser über das Angebot freuen?
Schon besser: „Freuen Sie sich auf folgendes Angebot:“
Noch besser: Den Grund zur Freude gleich mitzuliefern. „Mit diesem Angebot sparen Sie jeden Monat 20 Euro.“
Und am allerbesten: Das Angebot herausheben, indem man dem Kind einen greifbaren Namen gibt.
„Mit unserem Business-Tarif sparen Sie jeden Monat 20 Euro.“
„Mit unserem Juli-Angebot…“
Na also… Wer will da nicht sofort zugreifen?
Das Arbeitszeugnis für die eigenen Leistungen...
„Wir bemühen uns…“
„Wir sind stets bemüht…“
Bemühungen ohne Ergebnisse bringen nichts. Nicht umsonst heißt die Formulierung „XY war bemüht, die an ihn herangetragenen Aufgaben zu erfüllen" aus einem Arbeitszeugnis übersetzt: „XY ist eine absolute Null und hat rein gar nichts hinbekommen." Mit so einer Formulierung stellt man sich selbst das schlechteste aller Zeugnisse aus. Besser ist es, das Leistungsvermögen direkt zu erwähnen.
Statt: „Wir bemühen uns, Ihre Wünsche möglichst umzusetzen.“
Besser: „Teilen Sie uns Ihre Wünsche mit. – Was möglich ist, machen wir für Sie möglich!“
Statt: „Wir bemühen uns, so schnell wie möglich zurückzurufen“
Kurz und knackig: „Wir rufen Sie zurück!“
Statt: „Wir sind stets bemüht, Ihren Anforderungen gerecht zu werden“ schreibt man am besten…
Gar nichts. ;-)
Wecken oder einschläfern?
„Falls wir Ihr Interesse geweckt haben…“
Unwahrscheinlich. Diese Formulierung taugt eher dazu, Leser einzuschläfern. Um ganz sicher zu gehen, dass wirklich niemand mehr wach ist, kann man gleich noch ein fröhliches "würden wir uns freuen" anhängen.
Stattdessen sollte der Kunde direkt aufgefordert werden, etwas zu tun:
„Rufen Sie uns an und sichern Sie sich…“
„Fordern Sie Ihre kostenlose…“
„Bestellen Sie jetzt…“
„Jetzt anmelden und Kosten sparen…“
Verbliebenes
„Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen…“
„Damit verbleiben wir…“
Ja, wo verbleiben Sie denn bloß? – Spaß beiseite: Diese Formulierung ist schlicht veraltet. „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Mit den besten Grüßen“ reicht vollkommen aus.
Fazit und Grundsätzliches
- Vermeiden Sie gestelztes deutsch. Schreiben Sie lieber so einfach wie möglich, aber ohne dabei in Umgangssprache zu verfallen.
- Streichen Sie alle Floskeln und kommen Sie auf den Punkt. Sie müssen nicht viel schreiben, nur damit die Seite gefüllt ist. Entscheidend ist die Qualität, nicht die Quantität.
- Prüfen Sie Ihre Argumentation auf logischen Aufbau.
- Bei Werbebriefen: Achten Sie darauf, dass nicht Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung, sondern der Nutzen des Kunden im Vordergrund steht.
- Sparen Sie Zeit und Nerven:
Lassen Sie Ihre Geschäftsbriefe oder Werbebriefe einfach vom Profi-Texter schreiben! Rufen Sie mich unter (0 54 05) 61 52 00 an, oder schicken Sie mir eine E-Mail.




