In den Artikeln 5 Texttipps für bessere Website-Texte“ und Die 5 größten Fehler auf Internetseiten“ hatte ich bereits beschrieben, was Internettexte bzw. Verkaufstexte tun sollen und was sie lieber nicht tun sollten.

Aber wahrscheinlich haben nicht alle Unternehmer diese Artikel gelesen. Ich erschrecke mich daher noch immer regelmäßig über Internettexte, die gleich alle Fehler auf einmal machen – und damit sämtliches Potenzial für den Verkauf der angebotenen Produkte und Dienstleistungen oder auf eine Kontaktaufnahme verschenken.

Das liest sich dann in etwa so:

Herzlich willkommen bei der Langeweile & Söhne Maschinenbau GmbH & Co. KG!

Seit der Gründung unserer Firma im Jahr 1985 haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Textmaschinen für den deutschsprachigen Markt herzustellen, die Werbetexte produzieren. Im Jahre 2005 konnten wir bereits die 500ste Textmaschine an einen unserer vielen zufriedenen Kunden ausliefern. Bei der Herstellung unserer Maschinen setzen wir mit den 20 Mitarbeitern unserer Abteilung für Fortschritt und Innovation in erster Linie auf Fortschritt und Innovation sowie auf die hohe Qualität unserer Maschinen, die wir durch unsere jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung von Textmaschinen sicherstellen können … bla bla blaaaaaaa.

Irgendwo rund um diese vor sich hin dörrende Textwüste finden sich irgendwie drumzugeklatscht mit jahrzehntelanger Erfahrung integriert meist noch ca. zwei bis dreiundzwanzig qualitativ eher suboptimale fotografische Abbildungen der feilgebotenen Produkte.

Ich wette, Sie waren auch schon mehr als einmal auf einer solchen Website … und haben sich wahrscheinlich auf der Stelle die Schuhe ausgezogen, um Ihrer überschäumenden Begeisterung einen Weg des Entweichens zu ermöglichen. – Was denn, das haben Sie nicht? Sie haben sich die Schuhe nur deshalb ausgezogen, weil sich Ihre Fußnägel während der Lektüre des Textes unaufhaltsam nach oben gebogen haben? – Herzlichen Glückwunsch: Ihre Fußnägel haben ein gutes Gefühl für Sprache! Wie auch immer. Eigentlich müssten solche Webseiten mit folgendem Warnhinweis versehen sein: „Wir übernehmen keine Haftung, falls Sie beim Lesen unserer Internettexte einschlafen und mit dem Kopf auf die Tischplatte rasseln.“ Schließlich ist es nicht gänzlich unwahrscheinlich, dass die ersten Leser schon nach wenigen Sätzen eingenickt sind.

Und das auf der Startseite – der wichtigsten Seite eines Internetauftritts! Denn hier landen Website-Besucher meist zuerst – um nach einem kurzen Scan (mehr dazu demnächst) innerhalb der ersten Sekunden zu entscheiden, ob sie sich mit Ihrem Angebot näher beschäftigen oder besser zurück zur Suchmaschine klicken sollten. Um sich anschließend zur Konkurrenz zu klicken, versteht sich.

Auf der Startseite Ihres Internetauftritts sollten Sie also so viel wie möglich dafür tun, Ihre Besucher wirklich „abzuholen“! Ihre Startseite muss das Interesse Ihrer Besucher wecken, das Gefühl vermitteln, genau richtig gelandet zu sein und dafür sorgen, dass sich Ihre Besucher weiter mit Ihrem Angebot beschäftigen.

Probieren wir also einmal die Wirkung einer anderen Textvariante aus:

Nie wieder teure Werbetexter

Die Textmaster XL schreibt für Sie mehr als 10 Werbetexte pro Stunde. Auf Knopfdruck. Und zu einem Preis, für den ein renommierter Werbetexter seinen Stift kaum für einen einzigen Tag in die Hand nehmen würde.

Textet besser als die besten Werbetexter zusammen:
Die Textmaster XL vereint die Schreibstile und Strategien von mehr als 200 der erfolgreichsten Profi-Werbetexter und produziert Werbetexte in Pulitzer-Preis-Qualität!

Jederzeit verkaufsstarke Werbetexte auf Knopfdruck:
Jede Thematik, jeder Stil: Sie geben das Thema und Ihre Anforderungen vor – die Textmaster XL entwickelt daraus einen auf optimale Verkaufsförderung ausgelegten Text für Ihr Angebot.

Werden Sie selbst zum Star-Werbetexter:
Verkaufen Sie die fantastischen Werbetexte, die Ihre Textmaster XL immer wieder für Sie oder auch für andere schreibt!

Die Textmaster XL – schneller und besser als jeder Profi-Werbetexter:
Die Details und alle Vorteile der Textmaster XL im Überblick…

Einmalige Aktion –
Nur noch diese Woche!

Bis zum … erhalten Sie Ihre Textmaster XL zum Aktionspreis von … € statt später für … €!
Bestellen Sie jetzt gleich – wir liefern Ihre Textmaster XL noch heute!

Bestellhotline: 0 54 05 – 61 52 00

 

Puuuh, nur gut, dass ich damals rechtzeitig alle Patente für die Textmaster XL erwerben konnte und sie anschließend in einen Vulkan geworfen habe. Für Ihre Werbetexte brauchen Sie daher leider wohl auch in Zukunft einen teuren Texter.

Aber zurück zum Thema: Was unterscheidet eigentlich den Langeweile-und-Söhne-Text von der zweiten Variante mit der Textmaster XL? – „Aaaalles“, werden Sie jetzt wahrscheinlich denken. Stimmt. Aber an welchen Merkmalen lässt sich ganz konkret festmachen, ob ein Verkaufstext gut oder schlecht ist? Ich verrate es Ihnen: Der entscheidende Punkt ist, dass Text Nr. 2 im Gegensatz zur ersten Variante die 5 wichtigsten Grundsätze für Verkaufstexte berücksichtigt.

 
PS: Werbe- & Verkaufstexte müssen allerdings keinesfalls immer so „verkaufsorientiert“ wie im Textmaster-Beispiel formuliert sein (um schließlich aber doch zu verkaufen). Denn ganz ehrlich: Nichts anderes möchten Sie letztendlich mit Ihren Texten erreichen. Sie möchten Ihr Angebot an die Frau oder an den Mann bringen.

Damit Werbetexte das schaffen, können sie (abhängig von Ihrem Angebot) auch ganz andere Primärziele als das Verkaufen verfolgen: Vertrauen schaffen, Kompetenz beweisen, Seriosität zeigen, Verständnis vermitteln, Emotionen hervorrufen, Spannung erzeugen etc.

Wie Sie das anstellen, welche Strategie für Ihr Angebot sinnvoll ist und wie die optimale Umsetzung in Wort und Text aussieht? Hier sollten Sie sich entweder auf Ihre Kundenkenntnis und Ihr Sprachgefühl (achten Sie auf Ihre Fußnägel) oder auf einen Werbetexter Ihres Vertrauens verlassen. Denn die Textmaster XL gibt es leider nicht. Ich persönlich finde das allerdings nicht wirklich schlimm.

Suchmaschinenoptimierung … bei Google gefunden werden – ein undurchsichtiges Mysterium? Für viele Betreiber von Webseiten anscheinend schon. Denn neulich fragte mich schon wieder jemand, wie er seine Website denn nun gestalten solle, damit sie endlich bei Google gefunden wird.

Eigentlich antworte ich dann immer dasselbe: Erstelle eine Website, die mehr Nutzen für die Besucher bringt als diejenigen, die in den Suchergebnissen vor deiner Website aufgelistet werden. Gestalte deine Website so, dass Besucher sie toll finden. – Dann findet Google sie nämlich meist ganz automatisch auch toll.

Viel besser und viel umfassender könnte natürlich Google selbst diese Frage beantworten. „Aber Google, dieser Suchmaschinen-Schlingel sagt einem ja nichts darüber, wie man Webseiten machen soll“, höre ich dann oft. (Wobei das Wort Schlingel allerdings fast immer gegen einen etwas weniger schön klingenden Ausdruck des Unmuts über einen Dritten (besonders häufig aus dem Tierreich stammend) ausgetauscht ist.) „Die wollen ja, dass das alles geheim bleibt, damit man sie nicht austricksen kann.“

Google sagt darüber nix? – Irrtum! Google sagt sogar eine ganze Menge darüber. Sie müssen also keineswegs Wahrsager oder Glaskugeln bemühen, um herauszufinden, wie sie Ihre Website Google-freundlich machen. Und da selbst vielen Website-Betreibern nicht bekannt ist, was Google so alles sagt, liefere ich hier die Links dazu:

 

Jede Menge Google-Tipps für Website-Betreiber


Von Infos zur Search Console (einem Google-Tool zur Analyse Ihrer Websites) über Hilfe zu häufig gestellten Fragen bis zu einem Leitfaden zum Erstellen hochwertiger Webseiten finden Sie hier jede Menge Tipps und Infos.

Zu den Google-Tipps für Webmaster

 

Google Richtlinien für Webmaster


Das Einhalten der Google-Qualitätsrichtlinien ist die erste Webmaster-Pflicht. Wer gegen sie verstößt und dabei erwischt wird, hat keine Chance auf eine gute Platzierung in den Suchergebnissen.

Die Google Qualitäts-Richtlinien für Webmaster

 

Google-freundliche Websites erstellen


Detaillierte Tipps zum Erstellen einer Google-freundlichen Website: Was Sie für Ihre Website tun können und was Sie lieber lassen sollten.

Die Schritte zu einer Google-freundlichen Website

 

Die Google Webmaster-Zentrale


Die Google Webmaster-Zentrale ist ein von Google betriebenes Forum für Webmaster zum Austausch und der Diskussion über die Search Console, das Crawling und die Indexierung von Webseiten.

Zur Google Webmaster-Zentrale

 

Der Google Webmaster-Zentrale Blog


Speziell für Webmaster gibt es sogar einen Blog von Google. Sein Titel: Offizielle Informationen zum Crawling und zur Indexierung von Webseiten und News für Webmaster

Zum Google Webmaster-Zentrale Blog

 

Googles Einführung in die Suchmaschinenoptimierung


Mit diesem 32-seitien PDF-Dokument geben die Mädels und Jungs von Google Ihnen eine Einführung in die Suchmaschinenoptimierung an die Hand.

Zur Einführung in die Suchmaschinenoptimierung

 
Viel Spaß beim Lesen und beim Google-freundlich-machen Ihrer Website!

Kunden gewinnen mit der Website. – Wie es geht, warum es manchmal nicht geht und auf was Sie achten sollten, damit es doch geht.

Eine (vielleicht doch nicht ganz so) kurze Geschichte der Internetzeit…

Schon oft hat Giacomo Leopardi (Name von der Redaktion geändert) gehört, dass ein Unternehmen ohne eigene Website von gestern ist. Herr Leopardi will aber nicht von gestern sein. Und da er durchaus auch ein paar neue Kunden brauchen könnte, beschließt er, eine Werbegentur zu beauftragen, um eine Website für sein Unternehmen zu entwickeln. Seine Wahl fällt auf eine Agentur, die zwar nicht gerade die günstigste ist, aber bereits viele schöne Webseiten ins Internet gebracht hat.

Ein paar Wochen später ist es soweit. Die neue Website ist online. Endlich im Internet! Sie sieht fantastisch aus, die technische Umsetzung ist gelungen, das Produkt- und Dienstleistungsangebot kann sich sehen lassen. Kurz: Die Kunden können kommen!

Doch nach einiger Zeit bemerkt Herr Leopardi, das irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Denn es kommen keine Kunden. Ein wenig frustriert ruft er noch einmal bei der Agentur an, um zu erfahren, woran das liegen kann. Er erfährt aber nur, an wem es natürlich auf keinen Fall liegen kann…

„Also an uns kann das nicht liegen. Wir haben Ihre Seite genau wie gewünscht gestaltet und auf Ihrer Wunschdomain online gestellt. Sie sieht fantastisch aus und die technische Umsetzung ist…“
„Ja, aber warum kommen dann keine Kunden über die Website?“
„Naja, eine Internetseite allein bringt noch lange keine Kunden. Wenn Sie mehr Kunden wollen, empfehlen wir Ihnen, zusätzlich einen Flyer und eine Broschüre für Ihr Unternehmen zu produzieren. Da könnten wir Ihnen…“
„Wozu brauche ich denn die Website, wenn Sie keine Kunden gewinnt?“
„Eine Website gehört zum modernen Marketingmix heute einfach dazu. Sie wollen doch nicht von gestern sein? Aber sie ist nur ein Teil im großen Marketing-Puzzle. Mit einem oder besser drei zusätzlichen Flyern und einer schönen Image-Broschüre könnten Sie…“

Stoooopp! An dieser Stelle blenden wir uns aus dem Verkaufsgespräch aus. Die entscheidende Frage konnte ohnehin auch im weiteren Verlauf des Gesprächs nicht geklärt werden:

 

Kann man mit einer Internetseite keine Kunden gewinnen?


Vorweg: Doch, man kann! Wenn sie richtig gemacht ist. Die Website von Herrn Leopardi war das allerdings nicht. Doch was um alles in der Welt ist schief gelaufen, wenn die Umsetzung sogar durch eine erfahrene Werbegentur erfolgte?

Oft fehlt Websites etwas ganz Entscheidendes zum Erfolg: Eine ganzheitliche, strategische Konzeption. Ganzheitlich deshalb, weil dazu nicht nur Dinge wie Design, Usability oder deren technische Umsetzung, sondern auch und vor allem die Inhalte von Websites zählen. In erster Linie ist das ein von vorne bis hinten durchdachtes Konzept inklusive der dazugehörigen Texte. Denn die sind es, denen das Informieren, Begeistern und Verkaufen bei den gewünschten Kunden gelingen muss. Und noch etwas muss den Texten gelingen: Neben den menschlichen Besuchern auch die Suchmaschinen zu überzeugen, damit es tatsächlich auch Besucher gibt.

Wie unschwer zu erkennen ist, wohl einige der wichtigsten Aspekte eines Internetauftritts überhaupt. Und gerade diese werden vor allem in auf Webdesign spezialisierten Agenturen gerne verdrängt. – Mangels Texter und geeigneter Konzeptioner. Massenweise zur Hand sind dagegen Kundenberater (sprich: Verkäufer), Grafiker, Designer, Layouter und Programmierer. Weil das so ist, wird also munter verkauft (möglichst inklusive Newslettersystem, datenbankgestützter Suchfunktion, Content Management System und so weiter und so weiter) und dann in falscher Reihenfolge konzipiert. Es wird designed und layoutet, Bildmaterial recherchiert und retuschiert, fleißig programmiert und das Ganze schließlich zu einem optisch beeindruckenden Ergebnis zusammengebaut. Ohne echte Inhalte, aber in der Hoffnung, dass der Auftraggeber schon irgendwie selbst für Texte sorgen wird. Zur Not kann ja der neue Praktikant noch schnell ein paar Zeilen schreiben. Oder es wird ein bisschen Textmaterial des Wettbewerbs und solches aus bereits vorhandenen Broschüren neu zusammengewürfelt. Bis dahin werden die weißen Flecken auf der Website erstmal mit Blindtexten übertüncht. Sex sells. Und Design ist eben auf den ersten Blick sexy. Buchstaben nicht.

Wenn der Online-Termin näher rückt, wird’s dann hektisch. – Der Kunde hat nur ein paar Stichpunkte geliefert. Irgendwer anders muss die halbfertige Arbeit nun schnell mit Inhalten füllen. Mist! Der Praktikant hat frei. Es nützt alles nichts, ein Texter muss her! Und der ist nun nicht mehr zu beneiden: Er muss die vorherigen Versäumnisse in viel zu kurzer Zeit entweder ausbügeln oder ausbaden. In 99,249 % aller Fälle wird er nämlich feststellen, dass entweder die Texte nicht zum Layout passen, dass Layout für die Berücksichtigung der Suchmaschinen nicht geeignet ist, Änderungen im Design notwendig sind, Menüstruktur und Konzept nicht konform gehen oder die getroffene Bildauswahl nicht brauchbar ist. Wenn die Herren Designer ganze Arbeit geleistet haben, kann auch schon mal alles gleichzeitig zutreffen.

Entweder kapituliert er nun und passt Text und Konzept an den Status Quo an (die Auswirkungen auf den Erfolg der Website dürften auf der Hand liegen) oder alle Missstände müssen nachträglich beseitigt werden (was entweder den Auftraggeber oder die Agentur Geld und Letztere zumindest auch Ansehen kostet).

 

Was tun, um eine Website wirklich erfolgreich zu machen?


Keine Frage: Falls Sie eine neue Website planen, gilt es, ein solches Desaster von Anfang an zu vermeiden. Was also tun, um dem Schicksal unseres Herrn Leopardi zu entgehen? – Vor allem eines: Den Webdesignern Ihrer Wahl vor dem Auftrag ein paar Fragen stellen:

  • Werden in der Agentur nicht nur schöne, sondern auch suchmaschinenfreundliche Webseiten gebastelt?
  • Beschäftigt die Agentur einen Texter oder arbeitet die Agentur mit einem Texter zusammen?
  • Verfügt dieser Texter über Erfahrung in der Konzeption von Webseiten?
  • Handelt es sich um einen SEO-Texter?
    (Ein SEO-Texter kennt die Kriterien für suchmaschinenfreundliche Internettexte, und berücksichtigt sie beim Texten für Webseiten.)
  • Kann der Texter von Anfang an in die Konzeption der Website einbezogen werden?

Wenn Sie fünfmal „Jawoll!“ hören, ist das jedenfalls schon mal Erfolg versprechender als fünfmal „Nö“. Oder Sie gehen gleich den sicheren Weg und fragen den Texter Ihres Vertrauens, ob er mit erfahrenen Netzwerkern zusammenarbeitet, die Ihren Internetauftritt unter seiner kompletten Regie realisieren können.

Da hören Sie dann nämlich auf jeden Fall fünfmal „Jawoll“. Und dann kann’s auch mit den Kunden via Internet klappen.

„Gebündelte Kompetenzen“, „zukunftsorientiertes Know-how“, maßgeschneiderte Lösungen“, „innovatives Denken“, „effektives Handeln“…

In Deckung! Wen es in die „Wir über uns“- oder „Philosophie“-Abteilungen von Websites verschlägt, wird nicht selten von einer geballten Ladung gequirlten Marketing-Bullshits getroffen.

Und manchmal drängt sich gar der Verdacht auf, die Seiten wären tatsächlich eher dem Kunden-WC denn dem Kunden gewidmet. Schließlich rückt man dort Bedürfnisse in den Lokus Fokus, gibt sich maximal serviceorientiert und bietet haufenweise individuelle Lösungen (getrennte Damen- und Herren-WCs) oder zur Abwechslung auch mal ganzheitliche (ein Klo für alle).

Gespickt mit ein paar frischen Fremdwörtern, um die hohe bis abgehobene Kompetenz hervorzuheben (einfaches Deutsch ist dafür zu öde), klingt die Unternehmensphilosophie dann oft in etwa so:

Viel Oh, Sophie!

Die konsequente Implementation dezidierter Mindmaps, Low Level Bottom up- sowie High Level Top down-Lösungen ermöglicht uns die optimale Analyse unseres unternehmensinternen Workflows im Sinne der Customer Experience. – Systematisierte Prozesspräferenzen gepaart mit einem ganzheitlichen Nihil liberos-Ansatz generieren dabei gleichzeitig den gewünscht maximalen Senseless Big Data Output.

Maximales Blabla, minimaler Sinn. Aber wenn man im Namen der Kunden doch jeden Tag schier Unglaubliches leistet, gehört das selbstredend unbedingt auch breitgetreten und Kunden aufgedrängt einfach mal gesagt. Und wenn man schon mal dabei ist, drückt man sich am besten gleich den kompletten Wortmüll raus, den der Marketing-Bullshit-Wortschatz hergibt. Was der Wettbewerb für Kunden alles kann, das kann man doch schließlich schon lange – und ist willens immer noch schön einen Haufen oben draufzusetzen. Was findet sich also beim Blick über den eigenen Schüsselrand hinaus? Richtiiig: Derselbe Bullshit soweit die Kundenorientierung reicht.

Kein Wunder. Da werden die weitreichenden Kompetenzen aller Abteilungen gebündelt, der Wettbewerb analysiert und händeringend USPs ersonnen. Anschließend wird innovativ gedacht, effektiv gehandelt und aus dem gesammelten Einheitsbrei eine Wortkloake eine maßgeschneiderte Lösung für die eigene Kundenklo-Seite geschaffen. Oder es wird einfach von der Konkurrenz abgeschrieben und anschließend ein bischen geändert. Merkt ja keiner, weil auf allen anderen Webseiten das gleiche Blabla steht. Synergien freisetzen nennt man so was wohl.

Wer weiterhin ausgerechnet dort, wo er über die Wünsche seiner Kunden spricht, am weitesten daran vorbeireden möchte, soll es tun – und in blutleeren Worthülsen weiter anpreisen, wie sehr er sich jeden Tag sonst was für die Kundenzufriedenheit aufreißt. Im offenen Dialog mit dem Kunden versteht sich. Aber muss man eigentlich die Klappe am weitesten aufreißen, wo man am wenigsten zu sagen hat? – Nö! Wer der Welt wirklich nichts Originelleres als schon tausendmal gedroschene Phrasen mitzuteilen hat, sollte es besser einfach lassen.

 

Kundennutzen statt Corporate Bullshit?


Ob es für eine an Kunden gerichtete Website Sinn machen könnte, wenn sie nicht auf Biegen und Brechen abgelutschte Floskeln aus Corporate Culture, Corporate Philosophy und Corporate Behaviour formuliert, sondern verstärkt den Kundennutzen (Werbefuzzisprache: Customer Value) kommuniziert? – Bingo!

Wie wäre es also mal damit, den Menüpunkt „Philosophie“ von der Website zu streichen oder zumindest ganz weit nach hinten zu verstecken und stattdessen den Menüpunkt „Ihre Vorteile bei uns“ einzubauen? Denn wie heißt es doch so schön in der Marketing-Bullshit-Sprache: „Innovationen erfordern neues Denken und Handeln.“ Genau. Anfangen! Vielleicht steigt dann sogar tatsächlich die Kundenzufriedenheit. Dann braucht man anschließend auch weniger davon zu schwätzen, was man denn nicht alles dafür tut.

Die schlechtesten Formulierungen für Geschäftsbriefe hatten wir ja schon. Widmen wir uns heute also einmal den plattesten aller Plattitüden im Internet. Und obwohl solche Bullshit-Phrasen plattgetretener kaum noch sein könnten, lauern sie auf unzähligen Webseiten immer noch auf ihre nichts zahlenden Besucher.

Hereingetreten, verehrtes Publikum! Wir starten mit einer spektakulären Überschrift, für die Google nicht weniger als 10.000, was sage ich, nicht weniger als 50.000, nein, sogar mehr als 150.000 Treffer liefert … Manege frei!

 

1.a) Herzlich willkommen auf unserer Website!

1.b) Herzlich willkommen bei Firma XY!

Applaus, Applaus, Applaus! Und herzlich willkommen in den belanglosesten Überschriften aller Zeiten!


2. Service wird bei uns groß geschrieben.

Ich werd‘ verrückt!!! Und das, obwohl Service ein Substantiv ist, das sowieso immer groß geschrieben wird.


3. Qualität ist uns wichtig.

Falsch! Qualität ist auch ein Substantiv. Oder das beste Rezept. Egal. Hauptsache, das Publikum macht sich ob solch spannender Aussagen vor Staunen in die Hose!


4. Bei uns bekommen Sie alles aus einer Hand.

Will heißen: Sie haben einen konkreten Ansprechpartner für alle (mit Sicherheit auftretenden) Beschwerden!


5. Bei uns ist der Kunde noch König.

Das alleees und noch viel meeeeehr,
würd‘ ich sagen,
wenn es weniger phrasenhaft wäääääär …


6. Wir verstehen uns als modernes Dienstleistungsunternehmen …

Na also! Immerhin verstehen die sich selbst. Und mit den Worthülsen, die nach dieser Phrase auftauchen, kann man auch immer wunderbar Bullshit-Bingo spielen! Besonders schön fand ich den Zusatz auf der Website einer Zahnarztpraxis: „… mit patientenzentriertem Service.“


7. Wir helfen Ihnen gerne

… Geld für Dinge auszugeben, die Sie garantiert nicht brauchen.
… Geld auszugeben, das Sie gar nicht haben.
… wieder raus, wenn Sie nicht zufrieden sind.


8. Die Bedürfnisse unserer Kunden stehen bei uns im Mittelpunkt.

Also bloß nicht so schüchtern, wenn alle klatschen, während Sie das Firmenklo betreten!


9. Ihre Zufriedenheit ist unser Ziel.

… Und gaaanz sicher ist keine der mehr als 160.000 Websites deutscher Unternehmen mit diesem Satz zu viel.


10. Diese Seite befindet sich im Aufbau.
Bitte besuchen Sie uns bald wieder!

Unbedingt! Wer wartet denn nicht gerne bis zum Sankt Nimmerleinstag und speichert solche Seiten sofort in seinen Favoriten? Wäre doch auch zu blöd, sich nach nur zwei Mausklicks bei einem Anbieter zu befinden, der tatsächlich etwas anbietet.

 

 Falls sich eine dieser Plattitüden auf Ihrer Website befindet, überweisen Sie mir bitte 5 Euro für das Phrasenschwein. Anschließend entsorgen Sie jegliches Geschwafel am besten in Ablage P und beschreiben die echten Mehrwerte, die Sie Ihren Kunden (hoffentlich) bieten können.

 

Das nächste Mal beschäftigen wir uns übrigens mit Philosophie-Bullshit auf Webseiten. Da gibt es nämlich ebenfalls eine Menge auszumisten. Bis dann!

Vor einiger Zeit brachte mich eine Frage zum Schmunzeln, die in einem Forum gestellt wurde.

Dort wurde gefragt, ob man das eigene Unternehmen auf der Website lieber in der Ich-Form oder in der Wir-Form präsentieren sollte. Eigentlich ganz einfach, oder doch nicht? Wenn mehrere Personen in einer Firma arbeiten, dann sind die wir. Wenn ich als einzige Person eine Firma betreibe, dann bin ich ich.

Aber tatsächlich bin ich selbst schon mehr als einmal auf einer Website gelandet, auf der konsequent „Wir beraten sie…, Wir sind für Sie da…, unsere Lösungen… etc.“ in die Tasten gehauen wurde, obwohl sich relativ schnell der Verdacht aufdrängte, dass es sich um eine One-Man-Show bzw. eine One-Women-Show handelt. Der Fall ist klar: Das „wir“ soll das Know-how und die Tatkraft mehrerer Mitarbeiter suggerieren.

„Ich möchte „wir(r)“ schreiben, weil eine größere Firma vielleicht keinen Auftrag an eine einzelne Person vergibt“, hieß es in dem Forum in etwa. Richtig ist: Eine „größere Firma“ vergibt keinen Auftrag an eine Person, die für die gestellten Anforderungen nicht qualifiziert ist. Und den Einzelnen, der vorgab, mehrere Personen zu sein, verklagt sie hinterher höchstens wegen Betrugs. So ist das!

In aller Regel wird es allerdings nicht einmal zur Auftragsanbahnung kommen. Das Vertrauen, dass durch die Kraft vieler Köpfe und Hände vorgegaukelt werden soll, weicht im Zweifelsfall schnell gesundem Misstrauen. Klick auf das Impressum. Aha, eine Einzelfirma. Verdacht Bestätigt. Klick auf „Über uns“. – Keine Mitarbeiter zu sehen! Nächster Klick: Zurück zur Suchmaschine. Der potentielle Kunde ist weg. Und falls er doch anruft und mit der Abteilung „Verkauf“ sprechen will oder sich bei einem Besuch des mehrstöckigen, auf der Website abgebildeten Firmengebäudes ein persönliches Bild vom vorgeschwindelten Mitarbeiterstab machen möchte, wird es richtig peinlich.

Alleine zu sein, muss nicht peinlich sein!

Wenn Sie Single sind, präsentieren Sie Ihre Persönlichkeit und die Vorteile, die es nur bei Ihnen gibt, anstatt sich Vertrauen auf Wackelstelzen zu erschleichen. Freelancer und Einzelkämpfer sind durchaus gefragt und ausgewachsenen Unternehmen mitunter vorzuziehen, weil sie oft…

  • flexibler sind
  • kostengünstiger sind
  • exakt das benötigte Spezialwissen auf der Pfanne haben
  • bereit sind, auch außerhalb der üblichen Bürozeiten das Telefon oder die Beine in die Hand zu nehmen
  • nicht ständig zu einem Kollegen durchstellen wollen, der die gestellte Frage vielleicht beantworten könnte, aber leider gerade im Urlaub ist

Also, liebe Singlefirmen: Vergesst wir! Seid ihr! Single zu sein ist in!
Und der Ehrliche hat den Längsten…

…Atem.